Forschungsstarker Mittelstand aus Bad Wildbad im Austausch mit Landtagskandidatin Daniela Steinrode

Veröffentlicht am 24.12.2025 in Allgemein

 

Strahlenschutz, Nuklearmedizin und tragbare Kontaminationsmonitor zur Messung radioaktiver Strahlung – dies sind nur einige Produkte, die bei Berthold Technologies in Bad Wildbad entwickelt und gefertigt werden. Seit 76 Jahren steht das Familienunternehmen für wissenschaftliche Spitzenleistungen in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen.

Bei einem Unternehmensbesuch informierten sich SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und Michael Jung, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) in der SPD Rheinland-Pfalz und stellvertretender AfA-Bundesvorsitzender, sowie Dr. Rico Kaufmann vom SPD-Kreisvorstand über die wirtschaftliche Lage, Innovationskraft und aktuellen Herausforderungen des international tätigen Mittelständlers. Empfangen wurden die Gäste von Karl-Heinz Mast, verantwortlich für Finanzen und Controlling im Unternehmen, der gemeinsam mit dem Leiter des operativen Geschäfts, Dennis Treiber, dem Betriebsratsvorsitzenden Louis Schwab und Annegret Schreiber, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, die Themen von Berthold Technologies vorstellte.

Berthold Technologies beschäftigt derzeit weltweit 370 Mitarbeitende, davon allein 260 am Standort Bad Wildbad. „Berthold zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung mittelständische Unternehmen im ländlichen Raum haben“, unterstrich Steinrode. „Hier entstehen hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze, die langfristig regionale Stabilität sichern.“ Besonders beeindruckt zeigte sich die Besuchergruppe vom starken Engagement in der Nachwuchsförderung: 17 Auszubildende inklusive dual Studierende und Werkstudierende - ein wichtiger Beitrag zur Sicherung hochqualifizierter Fachkräfte von morgen. Für Michael Jung ist dies ein Zeichen großer Zukunftsorientierung: „Wenn ein Hightech-Unternehmen in dieser Größenordnung so viel in Ausbildung investiert, dann ist das ein klarer Beweis dafür, wie ernst hier Verantwortung für kommende Generationen genommen wird.“ Ein wesentlicher Teil des unternehmerischen Erfolgs basiert auf intensiver Forschung. 60 bis 70 Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten an neuen Technologien. Zahlreiche Patente gehen bereits auf Dr. Fritz Berthold, den Sohn des Unternehmensgründers, zurück. Das vielfältige Produktportfolio umfasst zudem Spezialanfertigungen – etwa Messsysteme, die bei der Dopingkontrolle von Fußball-Weltmeisterschaften zum Einsatz kommen. Aber auch Messgeräte für radioaktive Strahlung werden in Bad Wildbad produziert, die zum Beispiel bei der Untersuchung von erlegten Wildschweinen aus heimischen Wäldern auf mögliche Belastungen eingesetzt werden. Eine Exportquote von 80 Prozent und ein Umsatz von 105,3 Millionen Euro im Jahr 2024 belegen die internationale Bedeutung des mittelständischen Unternehmens.

Trotz der Spezialisierung spürt Berthold Technologies die zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen. Die Zertifizierungs- und Dokumentationspflichten wachsen stetig. „Wir stehen zu hohen Standards“, betonte Denis Treiber, „aber der bürokratische Aufwand steigt Jahr für Jahr – ohne dass wir immer einen erkennbaren Mehrwert für Sicherheit oder Qualität sehen.“ Zudem erschweren hohe US-Zölle den Export. Datenerhebungen, die für internationale Handelsbeziehungen notwendig sind, verursachen zusätzlichen Aufwand. Auch europäische Regularien stellen das Unternehmen vor Herausforderungen. Vorgaben ändern sich häufig kurzfristig, Übergangsfristen sind unklar. Das führe, so Treiber, zu Unsicherheiten in der Planung – ein Problem, das viele mittelständische Unternehmen derzeit betrifft. Steinrode griff diesen Punkt auf: „Wir brauchen klare Regeln, die verlässlich gelten. Mittelständische Unternehmen können nur dann voll innovativ sein, wenn sie sich auf berechenbare Rahmenbedingungen verlassen können.“ Dr. Rico Kaufmann ergänzte: „Gerade technologieorientierte Betriebe wie Berthold zeigen, wie wichtig es ist, Bürokratie zu reduzieren, ohne dabei Sicherheit oder Qualitätsstandards zu gefährden. Die aktuellen Vorgaben wirken aber oft praxisfern und überfordern kleinere und mittlere Unternehmen.“ Auch Steffen Müller und Dr. Dirk Boguhn von Berthold Technologies begleiteten den Besuch im Unternehmen. 

Zum Abschluss des Besuchs formulierte das Unternehmen drei zentrale Erwartungen an die Politik: weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit sowie realistische Umweltauflagen, die mittelständische Betriebe nicht überproportional belasten. „Die Mehrkosten und der zusätzliche Aufwand stehen derzeit oft in keinem Verhältnis zum Nutzen“, fasste Treiber zusammen. Für Daniela Steinrode war der Besuch ein wichtiges Signal: „Berthold Technologies zeigt eindrucksvoll, was baden-württembergischer Mittelstand leisten kann – regional verankert, global erfolgreich und voller Innovationskraft. Unsere Aufgabe als Politik ist es, diese Stärke nicht auszubremsen, sondern zu unterstützen.“

 

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