Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im Kreis Calw und prägt die Region weit über die Freizeitgestaltung hinaus. Davon überzeugten sich die SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und Ersatzkandidat Jochen Maier bei einem Besuch der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald. In einem intensiven Austausch mit Geschäftsführer René Skibainformierten sich die beiden über die Arbeit der Gesellschaft, aktuelle Herausforderungen sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für den Landkreis Calw. Anhand einer Präsentation stellte René Skiba die Aufgaben und die strategische Ausrichtung der Tourismus GmbH vor, die als gemeinsame Organisation des Landkreises Calw und der beteiligten Kommunen organisiert ist und für die derzeit vier Mitarbeitende tätig sind. Diese Struktur als GmbH ermögliche mehr Flexibilität und Handlungsspielräume als eine klassische Verwaltungsbehörde, betonte Skiba.
Der Landkreis Calw blickt auf eine lange Tourismustradition als Bäder- und Kurkreis zurück. Auch heute ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Rund 1,5 Millionen Übernachtungen werden jährlich gezählt – trotz rückläufiger Zahl an Betrieben und Betten. Während Übernachtungen in klassischen Gasthäusern zurückgehen, nehmen Übernachtungen in Ferienwohnungen sowie in Kur- und Rehakliniken zu. Etwa zehn Prozent der Gäste stammen aus dem Ausland, insbesondere aus den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz. Das internationale Marketing erfolgt dabei über die Schwarzwald Tourismus GmbH als Dachorganisation für den gesamten Schwarzwald.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Servicequalität und Nachhaltigkeit. Die Region trägt unter anderem die Siegel ServiceQualität Deutschland, Nachhaltiges Reiseziel sowie Qualitätsregion Wanderbares Deutschland. „Nicht nur die Kommunikation ist entscheidend, sondern vor allem die Qualität des touristischen Angebots selbst“, betonte Skiba. Gute Wanderwege, attraktive Angebote und eine verlässliche Infrastruktur seien das beste Marketing.
Die Hauptzielgruppen des Tourismus kommen aus Baden-Württemberg, insbesondere aus den Ballungsräumen rund um Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn und Böblingen. Der Tourismus profitiert dabei auch von der guten Erreichbarkeit der Region. Jochen Maier sprach das Thema öffentlicher Personennahverkehr an. Zwar habe die Tourismus GmbH keinen direkten Einfluss auf den Ausbau des ÖPNV, integriere aber bestehende Angebote konsequent in ihr Marketing – etwa die Expressbuslinie X63, die Calw und Bad Herrenalb verbindet. Auch Instrumente wie die KONUS-Gästekarte spielten hierbei eine wichtige Rolle.
Daniela Steinrode unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für den Landkreis Calw. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang die Absenkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf sieben Prozent, die von der SPD-CDU-Bundesregierung beschlossen wurde: „Eine starke Gastronomie ist ein zentraler Baustein für einen erfolgreichen Tourismus. Die Entlastung hilft Betrieben und stärkt die regionale Wertschöpfung.“
Als Herausforderungen für den Tourismus nannte René Skiba insbesondere die kommunale Finanzierung, begrenzte finanzielle Spielräume sowie den Fachkräftemangel. Gleichzeitig biete der Klimawandel auch Chancen, da sich die Saison verlängere und insbesondere die Randzeiten an Bedeutung gewännen. Der Nördliche Schwarzwald profitiere zudem von einem guten Miteinander der Akteure, der engen Zusammenarbeit mit Partnern wie der DEHOGA sowie von bestehenden Förderprogrammen für Tourismusbetriebe.
Abschließend betonte Daniela Steinrode ihre persönliche Verbundenheit mit dem Tourismus: „Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für unseren Landkreis. Er schafft Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wirtschaft und trägt zur Lebensqualität vor Ort bei. Die Arbeit der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald ist dafür von großer Bedeutung.“
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