

Calw. Das Handwerk steht mitten im Wandel – und trägt dabei eine zentrale Verantwortung für Energiewende, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Wie sich politische Entscheidungen und bürokratische Vorgaben konkret im Betriebsalltag auswirken, darüber informierten sich die SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und Ersatzkandidat Jochen Maier bei einem Besuch des Familienunternehmens Mikolajczak Heizungs- und Sanitärtechnik in Calw. Im offenen Austausch mit Inhaber Frank Mikolajczak und seiner Ehefrau Jasmin wurde schnell deutlich: Zwischen hoher fachlicher Verantwortung und wachsender Bürokratie geraten gerade kleine und mittlere Handwerksbetriebe zunehmend unter Druck.
Der mittelständische Handwerksbetrieb Mikolajczak besteht seit 1980 und wird heute in zweiter Generation geführt. Mit 15 Mitarbeitenden ist das Unternehmen ein wichtiger regionaler Arbeitgeber und ein verlässlicher Ansprechpartner für Heizungs- und Sanitärtechnik in Calw und Umgebung. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die aktuellen Herausforderungen für das Handwerk. Besonders deutlich wurde die Unsicherheit, die das Gebäudeenergiegesetz bei Betrieben wie auch bei Kundinnen und Kunden ausgelöst hatte. Bis 2023 seien Pelletheizungen und Wärmepumpen stark nachgefragt gewesen, berichtete Frank Mikolajczak, ehe sich mit der gesetzlichen Neuregelung die Nachfrage schlagartig verändert habe. Die Folge sei ein Gefühl des permanenten „In-der-Luft-Hängens“ – für Betriebe, Hausbesitzer, Energieberater und Planer gleichermaßen.„Familiengeführte Handwerksbetriebe wie Mikolajczakstehen jeden Tag vor der Aufgabe, hohe fachliche Qualität, Verantwortung für ihre Beschäftigten und immer neue bürokratische Anforderungen miteinander zu vereinbaren“, betonte Daniela Steinrode. „Wer die Energiewende im Gebäudebereich ernst meint, muss dafür sorgen, dass Betriebe Planungssicherheit haben und nicht durch überbordende Bürokratie ausgebremst werden.“ Hinzu kommt, dass Heizungsbauer längst nicht mehr nur ausführend tätig sind, sondern zunehmend beratende Aufgaben übernehmen – etwa bei Fragen zu Förderprogrammen für Heizungen und energetische Sanierungen. Diese zusätzliche Verantwortung wachse stetig, ohne dass Verfahren oder Förderstrukturen vereinfacht würden.
Ein weiteres zentrales Thema waren die zahlreichen gesetzlichen Auflagen. Verpflichtende jährliche Sicherheitsunterweisungen, umfangreiche berufsgenossenschaftliche Vorgaben sowie Vorschriften im logistischen Bereich wie etwa zusätzliche Umkleideräume oder Toiletten binden erhebliche Ressourcen. Ein einzelner Unterweisungstag bedeute, dass das gesamte Team ausfalle und ein kompletter Arbeitstag verloren gehe, betonte Frank Mikolajczak. Kleine Betriebe ohne eigene Personalabteilungen seien dadurch klar benachteiligt, was Kosten in die Höhe treibe und Kapazitäten binde. Jochen Maier unterstrich diesen Punkt deutlich: „Gerade kleinere und mittlere Betriebe dürfen nicht strukturell benachteiligt werden. Wenn Sicherheitsauflagen, Dokumentationspflichten und Verwaltungsaufgaben immer weiter zunehmen, ohne dass Entlastung erfolgt, geht das zulasten von Arbeitszeit, Investitionen und letztlich auch von Ausbildungsplätzen.“ Zusätzlich thematisierte Jasmin Mikolajczak die elektronische Krankmeldung: „Das stellt für uns als mittelständischen Betriebe einen erheblichen Mehraufwand und zusätzliche Bürokratie dar.“ Gerade für kleinere Unternehmen ohne Verwaltungspersonal sei dies eine weitere Belastung im ohnehin engen Betriebsalltag.Steinrode und Maier betonten abschließend, dass Bürokratieabbau, verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen und praxisnahe Lösungen entscheidend seien, damit das Handwerk seine zentrale Rolle bei Energiewende, Sanierung und regionaler Wertschöpfung weiterhin erfüllen könne.
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