Transformation mit Verantwortung: Boysen setzt auf Forschung und Zukunftstechnologien

Veröffentlicht am 25.02.2026 in Allgemein

Simmersfeld. Wie bleibt ein Automobilzulieferer erfolgreich, wenn sich Antriebe, Märkte und Technologien grundlegend verändern? Die Boysen Gruppe gibt darauf seit Jahren eine klare Antwort: mit massiven Investitionen in Forschung, dem Aufbau neuer Geschäftsfelder und einem konsequenten Bekenntnis zu ihren Beschäftigten. Davon überzeugten sich die SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und der baden-württembergische SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch bei einem Unternehmensbesuch am Boysen Standort BAK Simmersfeld und dem Austausch mit Rolf Geisel, der betonte: „Wir freuen uns sehr, wenn die Landespolitik aus Stuttgart zu uns in den Nordschwarzwald kommt und unsere Anliegen Gehör finden.“

Im Mittelpunkt stand zunächst das Gespräch mit Rolf Geisel, der die Boysen Gruppe über mehr als vier Jahrzehnte hinweg zu einem international erfolgreichen Hidden Champion aufgebaut hat – und zugleich als prägende Unternehmerpersönlichkeit für den Industriestandort Baden-Württemberg gilt. Als langjähriger CEO und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender machte Geisel deutlich, dass Industrie weit mehr ist als ein Wirtschaftszweig: „Sie ist das Rückgrat von Wohlstand, Beschäftigung und sozialer Stabilität im Land.“ In den Gesprächen ordnete er die Transformation der Automobilindustrie klar wirtschaftspolitisch ein und betonte, dass nachhaltiger Strukturwandel nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen, massiven Investitionen in Forschung und einer klaren industriepolitischen Strategie gelingen könne.

Technologische Exzellenz, Wertschöpfung im Land und Verantwortung gegenüber den Beschäftigten seien dabei untrennbar miteinander verbunden. Ergänzt wurde der Austausch durch Boysen CEO Dr. Till Scharf, der insbesondere die Bedeutung eines schnelleren Transfers von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die industrielle Anwendung hervorhob.

Die Firma Boysen wurde 1921 von Friedrich Boysen gegründet und ist heute als Stiftungsunternehmen organisiert. Weltweit beschäftigt sie rund 5.100 Mitarbeitende an 30 Standorten, darunter sechs Entwicklungszentren. „Zu unseren Kunden zählen nahezu alle großen Automobilhersteller – unser treuester Kunde von Beginn an ist BMW“, berichtete Rolf Geisel.

Ein zentraler Schwerpunkt des Austauschs war die tiefgreifende Transformation der Automobilindustrie. Rolf Geisel machte deutlich, dass der technologische Wandel eine enorme Herausforderung darstelle, der sich die Boysen Gruppe jedoch bewusst und aktiv stelle.
„Wer Industrie erhalten will, muss heute konsequent in Forschung und Entwicklung investieren“, betonte Geisel. Seit vielen Jahren engagiert sich das Unternehmen aus diesem Grund intensiv in diesem Bereich und fördert über die Friedrich-und-Elisabeth-Boysen-Stiftung zahlreiche Forschungsvorhaben an Universitäten in Stuttgart, Karlsruhe und Dresden. Ziel sei es, neue Technologien marktfähig zu machen und die industrielle Basis langfristig zu sichern. CEO Till Scharf ergänzte: „Forschungsergebnisse müssen schnellstmöglich in marktfähige Produkte übersetzt werden, damit neue Technologien erfolgreich industrialisiert werden können.“ Nur so lasse sich der Industriestandort Deutschland langfristig stärken.

Neben ihrem Kerngeschäft Abgastechnik investiert die Boysen Gruppe gezielt in neue Geschäftsfelder. Dazu zählen neben Batteriegehäusen für E-Fahrzeuge auch Anwendungen im Bereich Wasserstoff. Das Stammwerk im Altensteiger Turmfeld arbeitet bereits seit 15 Jahren energieneutral. In Simmersfeld plant das Unternehmen zudem den Bau eines Windparks. Perspektivisch ist dort auch die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse vorgesehen. Von diesen Investitionen profitiert auch die Region: Rund 900 Beschäftigte hat Boysen in Simmersfeld, insgesamt knapp 2.500 im Kreis Calw.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Fachkräftemangel. Rolf Geisel machte deutlich, dass dem vor allem durch eigene Ausbildung begegnet werde. Die Boysen Group bilde kontinuierlich Nachwuchskräfte aus und arbeite eng mit Hochschulen zusammen, unter anderem über duale Studiengänge: „Wir setzen darauf, Fachkräfte selbst auszubilden und Wissen langfristig im Unternehmen zu halten.“

Daniela Steinrode hob die Bedeutung von Innovation und wirtschaftlicher Vernunft hervor: „Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage müssen wir Unternehmen stärken, die Verantwortung übernehmen, investieren und Arbeitsplätze sichern.“. Forschung und Entwicklung seien dabei zentrale Voraussetzungen, um Wertschöpfung im Land zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern.

SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zeigte sich beeindruckt von der Innovationskraft und dem langfristigen unternehmerischen Denken der Boysen Gruppe. „Baden-Württemberg lebt von einer starken Industrie. Wirtschaftlicher Erfolg, gute Arbeitsplätze und sozialer Zusammenhalt gehören untrennbar zusammen“, erklärte Stoch. Angesichts globaler Konkurrenz und steigender Kosten sei jedoch klar: „Alle müssen bereit sein, bestehende Strukturen zu hinterfragen und auch die eigene Komfortzone zu verlassen.“


Geisel hob hervor: „In meinen 40 Jahren als Geschäftsführer habe ich keinen Arbeitsplatz abgebaut. Das ist für mich eine Frage der Verantwortung gegenüber unseren Beschäftigten und der Region.“

Im Anschluss folgte ein Rundgang durch die Produktionsbereiche. Dabei erläuterte Geisel die einzelnen Fertigungsschritte und gab Einblicke in moderne Produktionsprozesse, hohe Qualitätsanforderungen und komplexe technische Abläufe. Der Rundgang verdeutlichte, wie stark Effizienz, Präzision und kontinuierliche Weiterentwicklung die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts prägen.

 

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