

Nagold. – Daniela Steinrode, Landtagskandidatin der SPD im Kreis Calw, und Macit Karaahmetoğlu, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Ludwigsburg, besuchten die Spedition Marcus Eitel GmbH in Nagold und diskutierten gemeinsam mit Geschäftsführer Marcus Eitel die aktuellen Herausforderungen der Transport- und Logistikbranche – von der Mobilitätswende über Standortfragen bis hin zum Wettbewerb mit ausländischen Speditionen.
Eitel stellte seinen Betrieb vor, der in Nagold rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Spedition bietet sowohl Fern- als auch Nahtransporte an und ist unter anderem in der Getränkelogistik tätig: Bekannte Marken wie Paulaner oder Coca-Cola werden über Eitel an Zentrallager in ganz Baden-Württemberg geliefert. Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen Transporte zum Containerterminal der Deutschen Bahn in Kornwestheim. Bedauerlich sei, so Eitel, dass das neu errichtete Terminal in Horb bisher kaum genutzt werde und somit kaum Züge abfahren – eine verpasste Chance für mehr Verkehr auf der Schiene.
Ein weiteres Problem sei die schwierige Suche nach einem neuen Betriebsgelände: Seit über sieben Jahren bemühe er sich darum, doch in vielen Kommunen seien Speditionen in Gewerbegebieten ausgeschlossen. Dabei, so Eitel, sei eine leistungsfähige Logistik für den Wirtschaftsstandort unverzichtbar.
Intensiv diskutiert wurde auch das Thema Elektromobilität. Eitel machte deutlich, dass Unternehmen nur dann in alternative Antriebe investieren, wenn sie Planungssicherheit haben. „Es darf kein Hin und Her beim Thema Verbrennerausstieg geben“, betonte er. „Nur wenn klar ist, wohin die Reise geht, können wir als Unternehmen investieren.“
Darüber hinaus sprach Eitel ein weiteres drängendes Problem an: den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch ausländische Speditionen. Diese könnten aufgrund deutlich niedriger Lohnkosten Transporte oftmals wesentlich günstiger anbieten. „Das ist ein klassisches Beispiel von Lohndumping, das heimische Unternehmen massiv benachteiligt“, so Eitel. „Wenn wir faire Wettbewerbsbedingungen wollen, braucht es klare Regeln und eine konsequente Kontrolle.“
Steinrode und Karaahmetoğlu nahmen die Anliegen auf. Steinrode betonte, dass gerade mittelständische Betriebe wie Spedition Eitel das Rückgrat der Wirtschaft bildeten und von der Politik unterstützt werden müssten. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, sowohl bei der Mobilitätswende als auch bei der Gewerbeflächenpolitik, damit solche Unternehmen auch in Zukunft im ländlichen Raum bestehen können.“
Karaahmetoğlu, der als Bundestagsabgeordneter Mitglied im Verkehrsausschuss ist, versprach, die Themen mit nach Berlin zu nehmen. „Wenn wir über die Zukunft der Mobilität reden, müssen wir nicht nur auf Klimaschutz achten, sondern auch auf faire Wettbewerbsbedingungen. Deutsche Speditionen dürfen nicht durch Lohndumping ins Hintertreffen geraten.“
Der Besuch machte deutlich: Die Logistikbranche steht vor großen Veränderungen, die Politik und Wirtschaft nur gemeinsam bewältigen können – von der Infrastruktur über den Klimaschutz bis hin zu Fragen der Gerechtigkeit im Wettbewerb.
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