

Wie kann die Energiewende praxisnah, wirtschaftlich tragfähig und technologieoffen gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Unternehmensbesuchs von SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und Mitgliedern der SPD im Kreis Calw bei Fritz Wahr Energie in Nagold. Gemeinsam mit Geschäftsführer Wolfgang Wahr, diskutierten sie über die Herausforderungen der Transformation, die Bedeutung regionaler Wertschöpfung und die zentrale Rolle des Mittelstands für eine zukunftsfähige Energieversorgung.
Daniela Steinrode machte dabei früh deutlich: „Energiewende und wirtschaftliche Stärke dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen Lösungen, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringt.“
Fritz Wahr Energie ist seit Jahrzehnten fest in der Region verankert und zählt heute zu den leistungsfähigen mittelständischen Energieunternehmen in Süddeutschland. „Wir tragen Verantwortung für eine sichere Energieversorgung und für unsere Region – das prägt unser tägliches Handeln“, betonte Wahr zu Beginn des Besuchs. Fritz Wahr Energie ist in den Geschäftsfeldern Mobilität und Wärme tätig und beschäftigt rund 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Handelsunternehmen gehören ein eigener Fuhrpark mit 75 LKW, ein eigenes Tankstellennetz und die Belieferung aller Kundensegmente im Direktgeschäft und auch im Großhandel. Ein zentrales Leitmotiv des Unternehmens ist dabei eine verlässliche und qualitativ hochwertige Arbeit, die auf langfristige Kundenbeziehungen ausgerichtet ist.
Im breiten Angebot erneuerbarer Energien des Unternehmens ist z.B. der Pelletsektor, ein Bereich der sich dadurch auszeichnet, dass die eingesetzten Pellets überwiegend aus regionaler Wertschöpfung stammen. Dadurch leistet das Unternehmen nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärkt zugleich regionale Wirtschaftskreisläufe, sichert Arbeitsplätze vor Ort und reduziert Transportwege sowie Abhängigkeiten. „Regionale Wertschöpfung ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis“, so Wahr.
Im anschließenden Austausch ging es vertieft um die Ausgestaltung der Energiewende. Diskutiert wurden unter anderem grüne Moleküle, E-Fuels und RE-Fuels als ergänzende Bausteine einer klimafreundlichen Energieversorgung. Wolfgang Wahr unterstrich, dass die Transformation des Energiesystems nur mit Technologieoffenheit gelingen könne. Unterschiedliche Anwendungen benötigten unterschiedliche Lösungen – insbesondere in Industrie, Logistik und Gewerbe, die nicht kurzfristig vollständig elektrifiziert werden könnten. „Wir brauchen Technologieoffenheit und realistische Übergangslösungen“, machte Wahr deutlich. Zugleich betonte er: „Klimaschutz kann nur wirken, wenn er international gedacht wird – nationale Alleingänge reichen nicht aus.“
Mit Blick auf den Wirtschaftsstandort Deutschland sprach Wolfgang Wahr auch die Gefahr einer schleichenden Deindustrialisierung an. Hohe Produktionskosten, steigende Energiepreise und zunehmende Lohnzusatzkosten stellten viele mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen. „Ohne verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen geraten Investitionen und Arbeitsplätze in Gefahr“, warnte Klaus Rais vom SPD-Ortsverein Nagols.
Ein konkretes Anliegen des Unternehmens an die Politik betraf den Einsatz des alternativen Heizöls auf Basis HVO, welches bis zu 90 % Co2 sparen kann. Dieser sei derzeit vor allem für Großanlagen zugelassen. Für kleinere Anlagen und Anwendungen fehlten bislang praktikable rechtliche Regelungen, um klimafreundliches Heizöl schneller in die Breite zu bringen. „Hier braucht es praxistaugliche gesetzliche Lösungen, damit klimafreundliche Heizöle und Kraftstoffe nicht an bürokratischen Hürden scheitern“, so Wahr.
Daniela Steinrode unterstrich die Bedeutung des direkten Austauschs mit der regionalen Wirtschaft: „Gerade bei der Energiewende zeigt sich, wie wichtig der Dialog mit dem Mittelstand ist. Wer tragfähige Lösungen will, muss die Praxis kennen und einbeziehen“, sagte Rais.
„Der Mittelstand ist der Motor unserer Region. Er schafft Arbeitsplätze, sorgt für regionale Wertschöpfung und ist entscheidend, um Wohlstand zu sichern und zu bewahren“, betonte der stellvertretende Kreisvorsitzende Carl Staud. Der Besuch habe deutlich gemacht, unterstrich SPD-Ortsvereinsvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende Marina Ederle, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik und Wirtschaft sei, „um realistische, technologieoffene und verlässliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Energiewende zu schaffen“.
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