Vom Zentrallager bis zur Drohne: wie Kömpf die Baubranche neu denkt

Veröffentlicht am 15.02.2026 in Allgemein

Calw. Wie lässt sich Bauen unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen wieder in Schwung bringen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Unternehmensbesuchs der SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode bei der Kömpf GmbH & Co. KG in Calw. Im Gespräch mit den Geschäftsführern Dr. Wolfgang Kömpf und Dieter Kömpf ging es um die aktuelle Lage der Baubranche, den zunehmenden Wohnraummangel sowie um wirtschaftliche und politische Stellschrauben für die Zukunft. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1934 vom Großvater der heutigen Geschäftsführer gegründet und beschäftigt heute rund 450 Menschen. Wolfgang und Dieter Kömpf übernahmen den Betrieb bereits in jungen Jahren und entwickelten ihn kontinuierlich weiter. Seit 1997 gehört ein großer Baumarkt in den Kimmichwiesen in Calw zum Unternehmen – einer der fünf größten in der Region zwischen Stuttgart und Karlsruhe – sowie ein Bauzentrum in Sindelfingen und ein Recycling- und Containerdienst. „Wir haben versucht, die Firma Kömpf immer Schritt für Schritt weiterzuentwickeln – mit Blick auf die Region, unsere Beschäftigten und neue Marktanforderungen“, so Wolfgang Kömpf.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Geschäftsfeld Photovoltaik. Kömpf setzt hier auf moderne Drohnentechnik, um PV-Anlagen schnell, präzise und sicher zu überprüfen – und gegebenenfalls zielgerichtet reparieren zu können. Die Technologie wurde vor Ort vorgeführt und verdeutlichte, wie digitale Innovationen auch in klassischen Branchen neue Standards setzen. „Mit dem Einsatz von Drohnen steigern wir nicht nur die Effizienz, sondern auch die Sicherheit – das ist ein echter Fortschritt für unsere Mitarbeitenden und unsere Kundinnen und Kunden“, betonte Dieter Kömpf.

Im Gespräch wurde deutlich, wie angespannt die wirtschaftliche Lage derzeit ist. Der Neubau sei stark zurückgegangen, was sich nicht nur auf den Baustoffhandel, sondern auch auf den Baumarkt und den Onlineshop auswirke. Zusätzlich seien die Umsätze seit der Corona-Pandemie insgesamt rückläufig. Stabiler entwickelt sich dagegen der Bereich Entsorgung. Der Onlineshop ist inzwischen der größte Geschäftsbereich. „Wenn weniger gebaut wird, trifft das die gesamte Wertschöpfungskette – vom Bauunternehmen bis zum Handel“, erklärte Wolfgang Kömpf. Einigkeit bestand darüber, dass der Mangel an Wohnraum eines der drängendsten Probleme bleibt. Steigende Mieten seien eine direkte Folge davon, dass zu wenig gebaut werde. Um Wohnen wieder bezahlbar zu machen, brauche es mehr Tempo, weniger Bürokratie und einfachere Bauvorschriften. Der von der Bundesregierung angestoßene „Bauturbo“ gehe in die richtige Richtung. Daniela Steinrode unterstrich: „Wir müssen Bauen wieder ermöglichen – schneller, einfacher und verlässlicher. Wer bezahlbaren Wohnraum will, darf die Baubranche nicht ausbremsen.“ 

Auch das Thema Ausbildung spielte eine zentrale Rolle. Aktuell bildet Kömpf 31 Auszubildende in unterschiedlichen Berufen aus – vom Einzel- und Großhandel über Lagerlogistik und Kraftfahrer bis hin zu dualen Studiengängen. „Ausbildung ist für uns kein Nebenthema, sondern eine Investition in die Zukunft des Unternehmens und der Region“, sagte Dieter Kömpf. Steinrode ergänzte: „Betriebe wie Kömpf zeigen, wie wichtig starke Ausbildungsunternehmen für wirtschaftliche Stabilität und gute Perspektiven junger Menschen im ländlichen Raum sind.“

Beim Rundgang durch das neue Zentrallager im Gewerbegebiet Lindenrain gewährte Annegret Kömpf-Kröner Einblicke in das Logistikkonzept des Unternehmens. Sie erläuterte die sogenannte chaotische Lagerhaltung und zeigte, wie digitale Systeme eine effiziente Warensteuerung ermöglichen. Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt. „Unser Ziel ist es, Abläufe so effizient und flexibel wie möglich zu gestalten – Digitalisierung ist ein grundlegender Pfeiler unserer Arbeit im Alltag“, erklärte Annegret Kömpf-Kröner.

Zum Abschluss des Besuchs ging es um landes- und weltpolitische Entwicklungen, die die Konjunktur beeinflussen – von internationalen Handelsfragen bis zur allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit. Neben dem deutschen Markt beliefert Kömpf auch Kundinnen und Kunden in der Schweiz und in Österreich. Die Geschäftsführung zeigte sich erfreut über den offenen Austausch.

„Der Dialog mit der Politik ist wichtig, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, resümierte Wolfgang Kömpf.

 

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