

Nagold. Unter dem Titel „Starke Wirtschaft. Starkes Land.“ hatte die SPD Nagold ins Naturfreundehaus eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends standen die wirtschaftliche Zukunft Baden-Württembergs und die Perspektiven für den Kreis Calw. Es diskutierten die Landtagskandidatin Daniela Steinrode sowie der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Boris Weirauch MdL.
Boris Weirauch machte gleich zu Beginn deutlich: „Produktion ist die Grundlage unseres Wohlstands.“ Baden-Württemberg sei – neben Hamburg – die einzige Region in Deutschland ohne strukturschwache Gebiete. Das Geschäftsmodell des Landes beruhe auf industrieller Produktion und Exportstärke.
Gerade deshalb brauche es eine klare wirtschaftspolitische Strategie. Weirauch kritisierte die grün-schwarze Landesregierung: Es fehle ein Leitbild für die Wirtschaftspolitik, ebenso eine strategische Industriepolitik. Zwar verfüge Baden-Württemberg über exzellente Hochschulen und starke Forschung, doch der Transfer in die industrielle Produktion gelinge zu selten.
Zugleich unterstrich er die Bedeutung von Diversifizierung. In Zeiten globaler Spannungen und zunehmender Unsicherheiten – etwa durch die Zollpolitik der USA – müsse Europa neue Märkte erschließen. Das seit 25 Jahren verhandelte EU-Mercosur-Handelsabkommen dürfe nicht weiter verzögert werden. Auch Freihandelsabkommen mit Indien seien von zentraler Bedeutung. „Europa muss sich als eigenständige Wirtschaftsmacht verstehen“, so Weirauch.
Ein zentrales Thema des Abends war der Bürokratieabbau. Unternehmen bräuchten Planungssicherheit und schnellere Genehmigungsverfahren. Weirauch forderte ein konsequentes One-in-one-out-Prinzip: Für jede neue Regel müsse eine alte abgeschafft werden. Zudem sollten Gesetze befristet werden, um ein immer dichteres Regelwerk zu vermeiden. Künftig dürften keine neuen Vorschriften mehr entstehen, die zusätzliche Bürokratie verursachen.
Scharfe Kritik übte er auch an den aus seiner Sicht rechtswidrigen Rückforderungen von Corona-Soforthilfen, die zahlreiche Betriebe massiv belasteten. „Bürokratie frisst Zeit – Zeit, die für Fortschritt fehlt“, betonte Steinrode. Gerade kleine Unternehmen litten unter komplexen Verfahren: “Dadurch wird zu viel Arbeitskraft und -zeit gebunden, die Unternehmen effektiver in ihre eigentliche Arbeit stecken könnten”, so Steinrode.
Daniela Steinrode stellte in ihrer Rede die Verbindung von Wirtschaft, Sicherheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Wirtschaftspolitik bedeute konkret Arbeitsplätze im Kreis Calw, Sicherheit für Familien und Verantwortung für die Zukunft.
Baden-Württemberg sei ein starkes Wirtschaftsland mit Industrie, Mittelstand, Handwerk und innovativen Technologieunternehmen. Bei ihren Unternehmensbesuchen – vom kleinen Betrieb bis zum internationalen Unternehmen – höre sie immer wieder: Investitionsbereitschaft und Innovationskraft seien vorhanden, doch es fehle an Planungssicherheit und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.
Mit Blick auf die internationale Lage sprach Steinrode von einer neuen geopolitischen Realität. Globale Spannungen, strategische Machtverschiebungen und instabile Handelsbeziehungen veränderten Märkte und Lieferketten. Sicherheitspolitik sei deshalb immer auch Wirtschaftspolitik. Ohne Sicherheit gebe es keine Investitionen, ohne europäische Geschlossenheit keinen nachhaltigen Fortschritt. Zugleich verwies sie auf die Chancen neuer Märkte und betonte die Bedeutung des EU-Mercosur-Abkommens für die exportorientierte Wirtschaft im Land – vom Automobilsektor über den Maschinenbau bis zu Zulieferbetrieben im Kreis Calw.
Steinrode hob die Innovationskraft regionaler Unternehmen hervor. Firmen wie Berthold Technologies in Bad Wildbad oder Boysen stünden beispielhaft für Forschung, Technologie und Transformation – etwa im Bereich Wasserstoff. Diese Innovationskraft brauche jedoch politische Verlässlichkeit und klare Perspektiven.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Rede war der Respekt gegenüber Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Pauschale Vorwürfe gegenüber Teilzeitbeschäftigten oder Erkrankten wies sie entschieden zurück. Viele Frauen arbeiteten Teilzeit, weil sie Kinder betreuten oder Angehörige pflegten. Wer mehr Fachkräfte wolle, müsse bessere Rahmenbedingungen schaffen: verlässliche Kinderbetreuung, eine starke Pflegeinfrastruktur und flexible, zugleich sichere Arbeitsmodelle.
Mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen bedeute mehr Fachkräfte, mehr finanzielle Sicherheit im Alter und dadurch weniger Altersarmut – und sei damit auch wirtschaftspolitisch geboten.
Ebenso deutlich wurde Steinrode beim Thema Bildung. Es dürfe nicht sein, dass jedes vierte Kind nach der Grundschule gravierende Defizite beim Lesen, Schreiben und Rechnen habe. „Bildung ist die stärkste Wirtschaftspolitik, die wir haben“, sagte sie. Investitionen in frühkindliche Bildung, Grundschulen und individuelle Förderung seien keine Sozialromantik, sondern ökonomische Notwendigkeit.
Am Ende stand ein gemeinsamer Tenor: Eine starke Wirtschaft schafft sichere Arbeitsplätze, gute Löhne und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür brauche es ein selbstbewusstes Europa, strategische Industriepolitik, weniger Bürokratie, Investitionen in Innovation und Bildung sowie Respekt gegenüber den Beschäftigten.
„Heimat braucht Fortschritt. Fortschritt braucht Sicherheit. Und Sicherheit entsteht durch Zusammenhalt“, fasste Daniela Steinrode zusammen – und erhielt dafür viel Zustimmung aus dem Publikum im Nagolder Naturfreundehaus.
Homepage SPD Kreis Calw
12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen
09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen
26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen
25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen
14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen
Ein Service von websozis.info