

Altensteig. Daniela Steinrode, SPD-Landtagskandidatin im Kreis Calw, besuchte Bürgermeister Oliver Valha im Altensteiger Rathaus. Der 36-Jährige ist erst seit Februar im Amt und führte die Kandidatin durch die vielfältigen Themen, die die Stadt Altensteig bewegen. Altensteig, idyllisch am Oberlauf der Nagold gelegen, zählt rund 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist mit seiner historischen Altstadt, den Teilorten und einer lebendigen Vereinsstruktur ein wichtiger Mittelpunkt im oberen Nagoldtal. Die Kommune steht dabei wie viele ländliche Städte vor großen Herausforderungen – von der Finanzausstattung über den ÖPNV bis hin zur Gesundheitsversorgung.
Bürgermeister Valha machte im Gespräch deutlich, dass der ländliche Raum aus Sicht vieler Verantwortlicher in Stuttgart zu wenig Beachtung finde. Förderprogramme seien oftmals auf die Bedürfnisse großer Städte zugeschnitten, während Kommunen im Kreis Calw strukturell benachteiligt würden. Steinrode griff diesen Punkt auf und betonte, dass die Region derzeit im Landtag nicht ausreichend vertreten sei: „Unsere Region findet in Stuttgart kaum Gehör – das möchte ich ändern.“
Ein zentrales Thema war die Finanzausstattung der Kommunen. Valha forderte, dass Gelder aus Bund-Land-Programmen auch tatsächlich bei den Städten und Gemeinden ankommen. Steinrode unterstrich, dass es ihr wichtig sei, dass das Land keine „Politik der klebrigen Hand“ betreibt und Gelder des Bundes an die Kommunen weitergeleitet werden. „Im Wahlprogramm der SPD ist klar festgehalten, dass die Kommunen finanziell gestärkt und Gelder aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes für die Kommunen direkt weitergegeben werden müssen – dafür will ich mich einsetzen“, so die Kandidatin.
Auch der Bürokratieabbau wurde intensiv diskutiert. Valha sprach sich für vereinfachte Förderprogramme aus, um die Verwaltung zu entlasten und sicherzustellen, dass bereitgestellte Mittel auch abgerufen werden können. Steinrode stimmte zu und hob hervor, dass pragmatische Lösungen und Rechtssicherheit im Einklang stehen müssen.
Ein wichtiges Anliegen war zudem die innere Sicherheit. Angesichts mehrerer Brandstiftungen in Altensteig berichtete Valha von geplanten Maßnahmen wie Kameraüberwachung an Schulen und in Parkhäusern. Für beide Gesprächspartner ist eine sichtbare Polizeipräsenz entscheidend, um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.
Breiten Raum nahm auch das Thema Bildung ein. Einig waren sich Valha und Steinrode darin, dass Investitionen in Schulen und Kitas Investitionen in die Zukunft sind. Steinrode verwies dabei auf das Konnexitätsprinzip: „Wenn Land oder Bund den Kommunen neue Aufgaben übertragen, dann müssen sie diese auch finanzieren.“ Beispielhaft genannt wurde die Markgrafenschule in Altensteig, die größte Grundschule Baden-Württembergs, die derzeit umfassend umgebaut wird.
Weitere Punkte des Gesprächs waren der geplante Neubau des Feuerwehrhauses, die Unterstützung für Vereine bei der Organisation von Festen, Verbesserungen im ÖPNV – etwa durch innovative Modelle wie das ÖPNV-Taxi – sowie neue Ideen für die Innenstadtbelebung, darunter ein Pop-Up-Store.
Auch die Energieversorgung kam zur Sprache. Carl Staud, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, der das Gespräch begleitete, lobte dabei ausdrücklich das innovative Nahwärmenetz der Stadtwerke Altensteig im Teilort Berneck: „Das ist ein Vorzeigeprojekt für den Klimaschutz im ländlichen Raum.“
Zum Abschluss wurde die Gesundheitsversorgung im Kreis Calw thematisiert. Sowohl Valha als auch Steinrode kritisierten die Vergabepraxis der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Schließung der Notfallpraxis in Nagold habe die Situation im ländlichen Raum zusätzlich verschärft. „Eine verlässliche ärztliche Versorgung darf nicht von der Postleitzahl abhängen. Der ländliche Raum darf gegenüber Ballungsräumen nicht weiter benachteiligt werden“, stellte SPD-Ersatzkandidat Jochen Maier klar.
„Der Austausch hat gezeigt, wie groß die Herausforderungen für Altensteig und die umliegenden Gemeinden sind. Ich möchte die Stimme dieser Region sein und dafür sorgen, dass der ländliche Raum in Stuttgart endlich mehr Gewicht bekommt“, fasste Daniela Steinrode ihren Besuch zusammen.
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