Philipp Göhner im Gespräch mit Irene Breitling Grundschulrektorin Grundschule Vollmaringen

Veröffentlicht am 09.02.2021 in MdB und MdL

Die Coronapandemie legt derzeit viele Lebensbereiche von Erwachsenen lahm und hat auch große Auswirkungen auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Über die Schulsituation von Grundschülern unterhielten sich die Rektorin der Vollmaringer Grundschule Irene Breitling und der SPD-Landtagskandidat im Kreis Calw Philipp Göhner in einem digitalen Treffen. 

„Der Lockdown war nötig und richtig“ betonte Irene Breitling und unterstrich, es zeige sich jedoch auch die Schwierigkeiten in manchen Familien mit kleinen Kindern, die neben Homeoffice auch noch Homeschooling mit den Kleinen abbilden müssten. Ältere Kinder können besser und selbständiger mit dieser Situation umgehen und eigenständiger digital lernen. Irene Breitling äußerte diesbezüglich auch Bedenken: „Das Lernen bei Grundschulkindern gelingt immer noch am besten, wenn sie mit „Kopf, Herz und Hand“ lernen und Dinge direkt „be-greifen" können. Nachhaltiges Lernen mit und über positive Gefühle, und das praktische Anpacken und Erleben eines Themas gestaltet sich digital sehr schwierig.“ 

 

Begeistert und stolz äußerte sich Irene Breitling über ihre Lehrkräfte: „Die Kolleginnen und Kollegen an der Schule hier sind überaus engagiert, hochmotiviert, fangen manches Kind in der Notbetreuung auf, das ansonsten vielleicht noch mehr abtauchen und verloren gehen könnte – und bilden rundum einfach ein tolles Team.“ Neben der Notbetreuung der Kinder vor Ort müssen Kinder über das Videokonferenzprogramm Jitsi zuhause fernunterrichtet werden, Aufgaben der vergangenen Woche müssen korrigiert und Lernpakete für die folgende Woche geschnürt werden. „Es ist uns überaus wichtig, Lernfreude, Neugierde und Leistungsbereitschaft  erhalten zu können.“ sagte die erfahrene Pädagogin Breitling im Gespräch. 

Philipp Göhner betonte, dass es wichtig sei, nun kluge Konzepte zu entwickeln, wie die Schulen nach dem Lockdown schrittweise wieder geöffnet werden könnten. Nach wie vor – und das bedauerte die Grundschulrektorin – müsste das Kollegium auf die eigene digitale Ausstattung und Geräte zurückgreifen. Zumindest das WLAN funktioniert nun seit einem viertel Jahr im gesamten Schulhaus. Doch Irene Breitling blickte auch auf die Zeit nach dem Lockdown hinaus: um die Grundschüler auf weiterführende Schulen besser vorbereiten zu können, müssten diese in einem gewissen Rahmen auch digital geschult werden können. „Hierzu und auch als Lehrergeräte brauchen wir die beantragten iPads dringend.“ Die Gelder aus dem Digitalpakt stünden hierfür längst zur Verfügung und müssten schnellstmöglich den Weg in die Klassenzimmer finden.  SPD-Gemeinderat Daniel Steinrode bot der Grundschule Vollmaringen weiterhin seine Unterstützung an

Dabei betonte Irene Breitling, dass sich analoge und digitale Bildungsangebote in pädagogisch sinnvoller Weise ergänzen müssen. Das Schreiben von Hand muss nach wie vor analog gelernt werden, denn dies fördert auch die Denkstruktur. Das Lernen mit iPads erleichtert hingegen einen differenzierten, individualisierten Unterricht, der auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen erfolgen und somit auf die Bedürfnisse und Lernniveaus der einzelnen Schüler abgestimmt sein kann. So erhalten Kinder direkte, oft unmittelbare Rückmeldung, und auch für ihre Lehrer ist es einfacher, sie aufgrund der Ergebnisse effizient besser fördern und fordern zu können. Daniel Steinrode und Rektorin Irene Breitling waren sich darüber einig, dass es Administratoren – gewissermaßen eines digitalen Hausmeisters – bedürfe, um die digitalen Geräte und das System an sich zu pflegen. Derzeit werden hierfür Deputatstunden der Lehrerinnen und Lehrer verwendet, die eigentlich für den Unterricht und die pädagogische Betreuung eingesetzt werden sollten. Rektorin Breitling bedankte sich für das Gespräch und betonte: „Investition in die Bildung unserer Kinder ist Investition in die Zukunft!“

 

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