Egenhausen: SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode im Gespräch mit Bürgermeister Sven Holder

Veröffentlicht am 17.09.2025 in Allgemein

Egenhausen. Wie lebt und funktioniert eine schuldenfreie Kommune mit 2.100 Einwohnern, die zugleich Millioneninvestitionen in den kommenden Jahren stemmen muss? Und wie gelingt es, dabei Eigenständigkeit, Ehrenamt und Versorgung vor Ort zu sichern?

Beim Rathausbesuch in Egenhausen erhielten SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und die sie begleitenden Gäste einen umfassenden Einblick von Bürgermeister Sven Holder in die Themen, Herausforderungen und Erfolge der Gemeinde.

Die finanzielle Lage kann sich sehen lassen: Egenhausen ist schuldenfrei und verfügt über Rücklagen von rund fünf Millionen Euro. Dennoch stehen in der Zukunft große Investitionen an. Die Sanierung und Entwicklung der Grundschule schlägt mit 5,87 Millionen Euro zu Buche. Nach Abzug der Fördermittel und  Zuschüsse beläuft sich der Eigenanteil der Gemeinde auf  etwa 3,2 Millionen Euro. „Die Schule vor Ort ist für uns ein zentraler Standortfaktor“, betonte Holder. Besonders positiv hob er die Kooperation mit dem Emmaus-Seniorenzentrum hervor, über das die Kinder täglich Mittagessen erhalten.

Auch in der Kinderbetreuung hat Egenhausen in den letzten Jahren auf Zukunft gesetzt und seine Betreuungsmöglichkeiten erweitert. 2015 wurde der Waldkindergarten in Betrieb genommen, zunächst auf dem Egenhäuser Kapf. Das Konzept entwickelte sich schnell zum Erfolgsmodell, so dass 2017 mit viel ehrenamtlicher Eigenleistung von Eltern mit dem Bau der eigenen Schutzhütte begonnen und diese 2018 von den Kindern bezogen wurde. Eine zweite Gruppe folgte bereits 2020, so dass nun 40 weitere Kindergartenplätze zur Verfügung stehen. Alle Stellen sind mit qualifiziertem Fachpersonal besetzt – ein Punkt, auf den die Gemeinde großen Wert legt.

Das überragende ehrenamtliche Engagement beeindruckte die Gäste ebenfalls sehr. Nach dem Brand des Sportheims im Jahre 2015, bei dem dieses vollständig niederbrannte, wurde es durch enorme Eigenleistung wieder aufgebaut und wird seither komplett ehrenamtlich bewirtschaftet. „Ein Kraftakt, der über die Region hinausstrahlte, und ein starkes Beispiel dafür, wie lebendig und tragfähig die Ortsgemeinschaft hier ist“, zeigte sich Daniela Steinrode beeindruckt. Selina Frasch, Mitglied im SPD-Kreisvorstand, lobte zusätzlich den Outdoor-Fitnesspark, der gemeinsam mit dem Sportverein und mit Unterstützung durch LEADER-Mittel realisiert werden konnte. Das sei ein tolles Angebot insbesondere auch für junge Menschen, betonte Frasch. Rad- und Wanderwege bereichern darüberhinaus das Freizeitangebot. Die ideale Lage des Café der Bäckerei Saur rundet die gute Infrastruktur ab und lädt nicht nur Wanderer und Radfahrer zum Verweilen ein.

Gemeinsam mit der Stadt Altensteig betreibt Egenhausen das interkommunale Gewerbegebiet „Turmfeld“. Versorgungseinrichtungen wie Metzgereien, Bäckerei, Sparkasse und ein Lebensmittelgeschäft sind vorhanden. Dies stärke die Eigenständigkeit der Gemeinde, unterstrich Carl Staud, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender. Daniela Steinrode fügte hinzu: „durch solch wichtige Infrastruktur steigern Kommunen ihre Attraktivität und sorgen dafür, dass auch im ländlichen Raum Menschen vor Ort wohnen bleiben und gut versorgt sind.“
Die Seniorenwohnanlage Emmaus ergänzt das Angebot, so dass auch das Wohnen im Alter in Egenhausen möglich bleibt. Derzeit gibt es darüberhinaus eine Arzt- sowie eine Zahnarztpraxis. Dr. Ursula Utters betonte die Wichtigkeit der medizinischen Versorgung des ländlichen Raums, der vielerorts Mangel leide und oft einer ungewissen Zukunft entgegengehe. Bürgermeister Sven Holder konnte zu diesem Thema berichten, dass auch die zukünftige medizinische Versorgung durch einen anstehenden Generationenwechsel in den Praxen gewährleistet sei, so dass der Ort hier sehr gut aufgestellt ist.

Gleichzeitig sieht Holder auch Handlungsbedarf: Ein neues Feuerwehrgerätehaus inklusive Dorfgemeinschaftsraum ist in Planung. Zudem fehlt es an Wohnraum, was auch dadurch bedingt ist, dass es viele junge Familien zurück nach Egenhausen zieht. Auch Gewerbebetriebe, die eng mit dem Ort verbunden sind, benötigen Entwicklungsmöglichkeiten.  

Mit Blick auf die Landespolitik formulierte Holder klare Wünsche: „Wir brauchen weniger komplizierte Förderprogramme und dafür mehr direkte finanzielle Ausstattung, um vor Ort flexibel und passgenau handeln zu können. Entscheidend ist, dass die Politik den Kommunen vertraut.“

Daniela Steinrode bedankte sich für die offenen Einblicke und die Vielzahl an Beispielen aus Egenhausen: „Hier zeigt sich, was eine aktive Bürgerschaft und eine verantwortungsbewusste Kommunalpolitik leisten können – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

 

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