Bezahlbaren Wohnraum der Zukunft gestalten. SPD Kreis Calw lädt Landtagsvizepräsident Daniel Born ein

Veröffentlicht am 12.07.2022 in Landespolitik

Landtagsvizepräsident Born (SPD) war zu Gast im Kreis Calw und stellte sich am Abend auf Einladung des SPD Kreisverbands und seiner Vorsitzenden Daniela Steinrode einer öffentlichen Diskussion zu steigenden Mietpreisen und Preisexplosionen im Wohnungsbau. 

Born, der seit seinem Einzug in den Landtag 2016 auch wohnungspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, freute sich über die vielen Gäste: „Wohnen ist Teilhabe und Teilgabe und darum ist es richtig zu sagen, dass bezahlbares Wohnen ein Menschrecht ist. Wenn wir hier heute Abend miteinander diskutieren, wie wir den Wohnraum der Zukunft gestalten, dann ist das ein Beitrag, um dieses Menschrecht zu sichern.“ so der SPD-Politiker. Gut 50 Gäste, darunter viele interessierte Bürger, aber auch Vertreter verschiedener Parteien und Verbände, waren im Nagolder Adler zusammengekommen. 
Daniel Steinrode, SPD Fraktionsvorsitzenden im Nagolder Gemeinderat, gab eine Einführung in das Thema und schilderte die brisante Wohnsituation in Nagold, wo großer Mangel an bezahlbaren Wohnungen bestehe aber wo Wohnraum abgerissen anstatt erhalten und saniert werde. Er wies insbesondere auf den Plan der Stadt hin das Haus Waldeck abzureisen, anstatt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. 
David Mogler, Ortsvorsteher von Schönbronn gab einen kurzen Blick auf die besonderen Herausforderungen im ländlichen Raum.  Anschließend gab Daniel Born landespolitische Einblicke in das Thema Wohnen.
Dabei machte Born deutlich: „Ich wünsche mir weniger Starrheit in der Debatte um neue Wohnkonzepte.“ Er halte es etwa für unsinnig, dass es für die oftmals längste Lebensphase – nach dem Auszug der eigenen Kinder und bevor jemand pflegebedürftig wird – die wenigsten passenden Wohnkonzepte gibt. So wohnen dann häufig älter werdende Menschen als Paar oder allein in viel zu großen Einfamilienhäusern. Hier brauche es mehr Kreativität und Flexibilität, um Wohnen in jeder Lebensphase sinnvoll zu gestalten. „Ich will, dass die Wohnung zur Lebensphase passt und nicht, dass sich das Leben der Wohnung anpassen muss. Darum braucht es dringend mehr barrierefreie Wohnungen in gut angebundenen Ortsmitten und Quartieren. So kann es gelingen, dass jeder Mensch für sich selbst ganz frei entscheiden kann: ist das Häuschen jetzt noch das Beste für mich, oder will ich in einer neuen Wohnung noch einmal durchstarten und das Haus an eine junge Familie verkaufen.“ Born machte auch deutlich, dass es einen dringenden Bedarf an mehr Wohnraum gebe, aber auch der zunehmende Flächenverbrauch berücksichtigt werden müsse. Aufstockungen in Holzbauweise könnten hier eine mögliche Lösung sein. Statt beim Bauen und Wohnen von notwendiger größerer „Dichte“ zu sprechen, schlägt der Landespolitiker vor, Wohnkonzepte mit mehr „Nähe“ zu entwickeln, die nicht nur räumlich, sondern auch im Sinne einer besseren Gemeinschaft in Wohnquartieren gedacht werden. 
Es entwickelte sich letztlich eine lebhafte Diskussion, in der der dringende Handlungsbedarf beim Thema Wohnraum und steigender Mietkosten augenscheinlich war. Ralf Fuhrländer, Leiter des Nagolder Stadtplanungsamtes, betonte, es sei wichtig und auch ökologisch sinnvoll, Arbeitsplatz und Wohnort besser verknüpfen zu können und die Zahl der Pendler zu reduzieren. Angesichts der begrenzten Wohnraummöglichkeiten in Nagold sei dies jedoch sehr schwierig. SPD Kreistagsfraktionsvorsitzende- und Gemeinderätin Dr. Ursula Utters aus Altensteig schilderte ein Problem, das bei Innerortsverdichtung aber auch bei Baulandentwicklungen im Außenbereich entstehen könne, wenn Flächen aus dem landwirtschaftlichen Betriebsvermögen von Acker- auf Bauflächen umgewidmet werden und dies oft mit hohen Steuernachzahlungen verbunden sei. Dies müsse man für die Eigentümer attraktiv machen. 
Für Daniel Born ist klar: „Diese Diskussionen müssen wir ganz dringend führen. Denn Wohnen ist ein Menschenrecht und nur angemessener Wohnraum ermöglicht es Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, sich einzubringen und entwickeln und auch unsere Demokratie mitzugestalten.“ 
Bei den steigenden Mietkosten sei es wichtig, so Born, dass die Politik die Kräfte der sozialen Marktwirtschaft mobilisiert. „Wohnen ist kein Bereich, wo ein freier Markt die Dinge richtet. Es braucht sehr klare soziale Leitplanken damit der Kurs stimmt. Hierzu gehört eine Durchmischungsstrategie zwischen sozialem Wohnungsbau mit längeren Bindungszeiten, Mietwohnungen ohne Bindung und Eigentumswohnungen. Und es braucht neben privaten Investoren mehr öffentlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau. Nur wenn diese Mischung stimmt, schaffen wir bezahlbaren Wohnraum für alle.“ 


 

 

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