Der SPD Ortsverein Wildberg

Diamant in einem goldenen Ring: Nationalpark Nordschwarzwald

Veranstaltungen


v.l.: Martin Senk,Dr. Rainer Prewo, Dieter Laquai, Daniel Steinrode, Dr. Christian Köppel,Martin Klatt,Saskia Esken

Kaum ein anderes Thema bewegt die Gemüter im Nordschwarzwald derzeit so sehr wie die Diskussion um den Nationalpark Nordschwarzwald. Die Naturfreunde Nagold veranstalteten gemeinsam mit dem SPD- Ortsverein Nagold eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema, der eine überraschend große Zahl an Besuchern ins Naturfreundehaus gefolgt war. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der SPD, Andreas Röhm, wies die SPD- Bundestagskandidatin Saskia Esken in ihrem Grußwort insbesondere auf die identitätsstiftende Funktion eines Nationalparks hin, der eine ganze Region zusammenbringen könne.

Martin Klatt vom Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald e.V. wies daraufhin, dass über 35% der Arten in unserer Region gefährdet seien. Die 2007 verabschiedete Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung sieht vor, 5% der Waldflächen unter Naturschutz zu stellen – doch nicht einmal die Hälfte wurde bislang erreicht. Der Nordschwarzwald ist die einzige Region, die sich in Baden- Württemberg für einen Nationalpark eignet. Bestehende Wanderwege, Mountainbikerouten, Skilifte usw. bleiben dabei auch in Zukunft benutzbar ebenso wie Hochweiden auch weiterhin als Kulturlandschaft erhalten und beweidet werden sollen. Die Diskussion moderierte Daniel Steinrode, der mit kritischen Fragen alle Seiten des Themas beleuchtete. Der Forstexperte Manfred Senk wies daraufhin, dass in 30 Jahren rund 50 000 Festmeter Holz nicht mehr zur Verfügung stehen werden, die Holzindustrie jedoch bereits jetzt jährlich mit Schwankungen in dieser Größenordnung rechnet. Diese Zahl müsse auch realistisch in Bezug zu 9 – 10 Mio Festmetern jährlich gesehen werden. Dr. Rainer Prewo betonte, dass die Tourismuszahlen entgegen dem bundes- und weltweiten Trend in der Region weiter fallen würden. Sanfter Tourismus wie Radfahren, Wandern auf zertifizierten Wanderwegen etc. sorge für einen Boom in entsprechenden Gegenden. Ein Nationalpark könnte hier einen Aufschwung für eine ganze Region bedeuten. Als Vertreter des bereits bestehenden Naturparks beleuchtete Dieter Laquai die mögliche Konkurrenzsituation. Ein großes Bündel an Projekten und Fördergeldern könnte jedoch auch den Naturpark und dessen Weiterentwicklung unterstützen. Der Vorstandssprecher des Freundeskreises Nationalpark Schwarzwald Dr. Christian Köppel unterstrich, es gebe trotz der Ängste, die die Gegner versuchten zu schüren, eine wachsende Zahl an Befürwortern. Das gesamte Gebiet von 10 000 Hektar, eine vergleichsweise kleine Fläche für einen Nationalpark, seien Staatswald, eine Übergangszone von 500m genügten dabei bereits, um anliegende Wälder vor Borkenkäfern etc. zu schützen. Der Ausbreitung des Borkenkäfers – gefördert durch die Klimaerwärmung – könne am besten durch einen laubholzreichen Mischwald entgegengewirkt werden. Sowohl Klatt wie auch Senk wiesen daraufhin, dass ein Wildtiermanagement im zukünftigen Nationalparkgebiet unerlässlich sei. Dies beinhalte auch die Bejagung in der Kernzone, insbesondere auch, um Schäden in umliegenden Wäldern zu minimieren. Ein Nationalpark als Ort der Umweltbildung und Umwelterfahrung dürfe auch künftigen Generationen nicht vorenthalten werden. Darüber hinaus bietet der Nationalpark auch die Chance für ein großes Infrastrukturprojekt für die gesamte Region, betonte Steinrode, wie auch zahlreiche namhafte Gastronomen und Hoteliers haben dies bereits erkannt haben. Die erste Vorsitzende der Naturfreunde Nagold Monika Walz bedankte sich bei allen Teilnehmern für die interessante Diskussion und die Fachbeiträge. Die überaus große Besucherzahl machte deutlich, dass das Thema für viele Menschen in der Region von großem Interesse ist. Artikel und Bild: Daniela Steinrode

 

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