Der SPD Ortsverein Wildberg

Gentechnik "Vom Nutzen der Agrarkonzerne und Risiken für Bauern und Verbraucher"

Veranstaltungen

v. l. n. r.: Rolf Bühler, Peter Brenner, Rudi Nesch u. Günter Vollmer

Bild von unserem Vortragsabend „Brauchen wir die Gentechnik? Vom Nutzen der Agrarkonzerne und Risiken für Bauern und Verbraucher am Freitag 19.11.2010 - 19:15 Uhr im Gasthof Löwen in Wildberg-Schönbronn.

Das Presseecho .....

"Es war das Thema, welches im vollbesetzten Saal des „Schönbronner Löwen“
Garant für einen fulminanten Abend werden sollte.

Die Vorträge um das Sicherheits- und Gesundheitsrisiko „Gentechnik“
sprachen nicht nur die zahlreichen erschienenen Landwirte an, sondern vor
allem die Verbraucher, die sich insbesondere nach der Vorführung eines
Ausschnittes aus dem Film „Whistleblower“, in dem die Erfahrungen von Dr.
Susan Bardocz und Dr. Arpad Pusztai mit der Agro-Gentechnik geschildert
wurden, fassungslos zeigten.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Wildberg,
Peter Brenner, gelang es dem SPD- Landtagsabgeordneten, Dr. Rainer Prewo,
dass Thema in die landespolitische Mitte zu rücken. Klar wies er auf die
Verlängerung der Wertschöpfungskette hin, mit der die Gentechnik versucht,
den Landwirt aus seiner Rolle als ursprünglicher Produzent herauszudrängen.

Rudi Nesch vom „Aktionsbündnis gentechnikfreie Anbauregion Oberes
Nagoldtal“ der die Zuhörer über das erst vor zwei Jahren ins Leben gerufene
Aktionsbündnis informierte und damit die Gefahren der Gentechnik in die
unmittelbare Nähe der Region rückte. Selbst Nebenerwerbslandwirt engagiert
sich Nesch für die Beteiligung eines jeden Landwirts an der Unterschriften-
Aktion gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und der freiwilligen
Selbstverpflichtung zum Verzicht des Anbaus gentechnisch veränderter
Pflanzen auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Kreis Calw.
Die Unterstützung durch die Landwirte im oberen Nagoldtal ist beträchtlich
und liegt derzeit bei 80-90%.

Der Höhepunkt des Abends war der Gastvortrag von Rudolf Bühler,
Vorstandsvorsitzender von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft
Schwäbisch Hall. Eindrucksvoll verstand er es völlig frei und ohne
Manuskript, die Zuhörer mit Sachargumenten zu überzeugen. Mit dem
„Angriff“ auf das Saatgut durch die Gentechnikkonzerne würde das
biologische Regulativ, die Natur, ausgehebelt, und die klassische Tier- und
Pflanzenwelt durch primitive „Bestenauslese“ und Manipulation der
Erbanlagen ersetzt.

Die Gentechnik birge ein nicht überschaubares Missbrauchspotential für
militärische, kriminelle und terroristische Zwecke. Sie ist noch viel leichter,
einfacher und unkontrollierter zu nutzen als die Atomtechnologie. So wie in
Hinterhöfen chemische Waffen produziert werden können, so könnten dort
künftig auch Gen-Tec-Waffen produziert werden. Insoweit müssten wir in
der Gentechnologie dieselbe gesellschaftliche Dimension und Relevanz im
Hinblick auf Gefährdung und Missbrauch sehen wie in der Atomtechnologie.

Er ermahnte auch die Politik, sich der ethischen Verantwortung bewusst zu
sein, und dadurch den entscheidenden Beitrag zum den Schutz der
Schöpfung zu leisten. Gentechnik ist ethisch nicht verantwortbar, weil sie in
unverantwortbarer Weise in die natürliche und gottgegebene Schöpfung
eingreift, das Netzwerk natürlicher Abläufe und Mechanismen stört und die
natürliche Evolution als Ordnungswerk der Schöpfung missachtet. Sie sei
nicht vereinbar mit dem Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben.

Er verstand es, die Zuhörerschaft in seinen Bann zu ziehen, die es ihm mit
dem einen oder anderen Szenenapplaus dankten.
Zum Schluss stellte er die Eckdaten der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft
vor, zu der mittlerweile 1100 Mitgliederbetriebe gehörten,
von denen auch einige in den hiesigen Landkreisen zu finden seien.

Am Ende bot sich die Gelegenheit einer Frage- und Diskussionsrunde, die
viele Gäste nutzten, die Referenten mit drängenden Fragen zu löchern.
Besonders interessierte die Landwirte die Frage der Wirtschaftlichkeit beim
Verzicht auf Gentechnik, die Herr Bühler mit klaren Fakten aus seinen Betrieb
beantworten konnte. Durch den Verzicht auf Medikamente,
Wachstumsförderer, Tiermehl und andere bedenklichen Stoffe, ließen sich
nämlich erheblich höhere Fleischpreise erzielen, die deutlich über dem
Weltmarktpreis liegen.

Die Veranstalter des Abends, der SPD Ortsverein Wildberg, sowie das
„Aktionsbündnis gentechnikfreie Anbauregion Oberes Nagoldtal“ waren mit
dem Abend und vor allem der überaus regen Teilnahme sichtlich zufrieden."

 
 

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