Der SPD Ortsverein Wildberg

Bürgerinitiative Tälesbach wird gegründet!

Kommunalpolitik

  • Rund 70 Wanderer wandern die Fuchsklinge hinunter
Bei trockenem und überwiegend sogar sonnigem Wetter fanden sich am Muttertag rund 70 Menschen beim Gasthaus Trollinger in Althengstett ein, um bei einer gemeinsamen Wanderung das Waldsträßchen und die Fuchsklinge hinunter zum Fuchsloch die eine oder andere Information und Meinung zum Thema „Deponie Tälesbach“ auszutauschen. Die Initiatoren von den Kreisparteien der Grünen und der SPD machten mit ihrer Einladung eine Sammlung der vielen Fragezeichen möglich, die sich um das Projekt der Deponie-Sanierung in der Öffentlichkeit auftun. „Wir wollen ein hohes Maß an Öffentlichkeit und Transparenz herstellen, um gemeinsam zu einer guten Lösung kommen, die Natur und Menschen gerecht wird.“, so stellten Saskia Esken und Philipp Jourdan für die Kreisparteien von SPD und Grünen die Zielrichtung dar.

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) war Barbara Fischer aus Althengstett gekommen und stellte die Frage nach eventuellen Altlasten in den Tälesbach-Deponien in den Raum. Von ihnen befürchtet man eine Gefährdung der Nagold oder auch des Grundwassers durch in früheren Jahren eingelagerte Giftstoffe – die könnten auch die Quellen von Bad Liebenzell betreffen. Auch wurden im Lauf der Zeit offensichtlich sehr unterschiedliche Angaben zur Klassifizierung des zu verfüllenden Erdaushubmaterials gemacht, die sowohl bei der sich daraus ergebenden Bodenbelastung als auch bei den erzielbaren Deponiegebühren ziemlich unterschiedliche Ergebnisse brächten.

Für den Naturschutzbund (NaBu) formulierte Stefan Andrusch die Sorge über die womöglich instabile geologische Formation, die dem Fuchsloch zu Grunde liegt. So ein Untergrund wäre von Anfang an für eine Mülldeponie ungeeignet gewesen, weil durch entstehende Risse und Öffnungen im Untergrund ebenfalls Giftstoffe in tiefere Schichten gelangen könnten.

Unter anderem stellen Vertreter des Gemeinderats von Althengstett die Frage, ob ca. 300.000 Kubikmeter Erdaushub für die Stabilisierung der Deponien genügen würden, sollte es tatsächlich zu einer Auffüllung des Tals zwischen den Deponien kommen. Im Raum steht auch die sogenannte „große Lösung“, bei der bis zu 1,5 Mio. Kubikmeter Erdmaterial verfüllt werden sollen. Unklar ist für die Wanderer, ob diese nur der sicherlich erstrebenswerten Renaturierung des Tälesbachs dienen würde oder ob die große Lösung nicht auch im Sinne der Haushaltssanierung der Deponiebetreiber favorisiert wird.

Nicht zuletzt machte Hans-Ulrich Bay für den Verein Württembergische Schwarzwaldbahn und viele andere die Problematik der bisher völlig unzureichend geklärten Kosten und Auswirkungen der möglichen Transportwege und –mittel deutlich. Der Verein macht seit Monaten auf diese Fragestellung aufmerksam und hat damit auch die öffentliche Diskussion ins Rollen gebracht. Bis vor kurzem noch wurde der Transport auf der Schiene von allen Beteiligten, insbesondere von der DB als Betreiber einer der Deponien, anfangs als technisch nicht machbar und später als den Kosten nach nicht darstellbar rundheraus abgelehnt. Welche Luftschadstoffe und welche Lärmbelastung die geschätzte Zahl von im Schnitt zusätzlich 50 beladenen und 50 leeren Lastwagenfahrten auf den Straßen nach Hirsau im Vergleich zu täglich einem Güterzug bedeuten, kann sich jeder selbst ausmalen. Sehr unterschiedliche Auffassungen gibt es auch in der Frage, welcher Transport – Schiene oder Straße – sich eher schädlich oder eher förderlich für das für den Kreis Calw so wichtige Projekt der S-Bahn-Anbindung von Weil der Stadt nach Calw auswirken könnte.

Noch vor den Pfingstferien wird man sich nun nochmals im Waldrestaurant Fuchsklinge treffen, um eine „Bürgerinitiative für die umweltverträgliche Sanierung der Tälesbach-Deponien“ zu gründen. Hier will man sich aus der Bürgerschaft heraus einsetzen für eine umweltgerechte Deponie-Sanierung, für einen umwelt- und menschenverträglichen Transport des Auffüllmaterials und für eine tier- und umweltgerechte Renaturierung des Tälesbachs. Wichtig ist es den Initiatoren, dabei kommunikativ und offen zu agieren und für die Sache und nicht etwa gegen jemanden zu arbeiten.

In wenigen Wochen schon kann sich die Öffentlichkeit dann im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Sichtweisen und Argumenten aller Beteiligten und Betroffenen befassen. Dazu werden Vertreter des Landratsamts, der Deponiebetreiber und der betroffenen Kommunen und ihrer Gremien eingeladen werden.







 

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